Jahresabschluss bei der Cross-EM in Chia

Die Vorbereitung auf den letzten Höhepunkt des Erfolgsjahres 2016 musste schnell gehen: Aufgrund der kurzfristigen Nominierung hieß es für Anja, innerhalb kürzester Zeit fit zu werden für die eher ungewohnte Distanz von 8,15 Kilometer bei den Cross-Europameisterschaften in Chia. Der letzte Leistungstest über 5 Kilometer beim Regensburger Nikolauslauf deutete jedoch eine überraschend gute Form an und die kalten Wintertemperaturen machten erst recht Lust auf ein Rennen bei milden Temperaturen auf der italienischen Urlaubsinsel.

Die Anreise dorthin gestaltete sich zwar aufgrund des Umwegs über den Frankfurter Flughafen sowie einer Stellwerkstörung bei der Bahn etwas komplizierter, gegen 18 Uhr am Freitagabend erreichte Anja dann aber schließlich mit dem Shuttlebus das Hotel. Gerade noch rechtzeitig, um die von der Reise schwer gewordenen Beine beim Dauerlauf noch ein wenig aufzulockern, bevor das wohlverdiente Abend-Buffet wartete.

 

Bei Cross-Europameisterschaften sind traditionell alle Teams auf einer Anlage untergebracht und so gab es nicht nur während den gemeinsamen Mahlzeiten genügend Möglichkeiten, Kontakte zu Sportlern anderer Nationen zu knüpfen. Aber auch unter den Kameraden aus dem eigenen Land gab es noch das ein oder andere unbekannte Gesicht, gerade wenn man sich bei Wettkämpfen nicht so häufig begegnet.

Vor allem Anjas Frauen-Team war eine bunte Mischung aus Läuferinnen von der Mittel- bis zur Langstrecke, von Hindernis- über Straßenlauf. Dementsprechend unterschiedlich waren auch die Stärken, die jede Einzelne ausspielen wollte, um ein bestmögliches Mannschaftsergebnis zu erzielen.

 

Da Anja als Langstrecklerin, anders als ihre Kolleginnen Julia Bleasdale, Jana Sussmann und Fabienne Amrhein, die ersten Meter nach dem Startschuss wie gewohnt etwas ruhiger angehen ließ, arbeitete sie sich erst auf den folgenden Runden des 1,5km-langen Streckenkurses kontinuierlich nach vorne. Mit Leichtigkeit zog sie an der Konkurrenz vorbei und es schien, als ob sie den Trumpf ihrer Marathon-Ausdauer gegenüber den immer weiter an Schnelligkeit verlierenden Gegnerinnen vollends ausspielen könnte. Doch plötzlich ein unerwarteter Sturz in der dritten Runde machte diese Taktik mit einem Mal zunichte: „Ich kam an einem der Hindernisse zu Fall. Ab da wurde es hart“, berichtet Anja.

 

Die Aufholjagd konnte sie nun nicht mehr fortsetzen und die verbleibende Strecke wurden zum Kraftakt. Am Ende konnte sie mit Platz 42 nicht die erhoffte Leistung abrufen und war dementsprechend unzufrieden mit ihrem Abschneiden: „Ich hätte gerne ein besseres Ergebnis für die Damenmannschaft beigesteuert.“

 

Doch da jeder Crosslauf bekanntermaßen seine eigenen Gesetze schreibt, schaut Anja bereits wieder optimistisch nach vorne: „Ich habe wertvolle Erfahrungen aus dem Rennen mitgenommen und kann sie in Zukunft nutzen, um meine Stärken noch besser auszuspielen.“

 

Die Weihnachtsfeiertage wird Anja nun entspannt mit ihrer Familie verbringen, bevor es weiter geht in der Vorbereitung für die anstehenden Aufgaben im neuen Jahr 2017.